Terminplan stabilisieren

Ein Terminplan ist erst dann belastbar, wenn er bewusst geprüft und stabilisiert wurde. Dieser Artikel beschreibt, wie Sie einen fertig aufgebauten Plan systematisch prüfen, Fehler bereinigen und für die Ressourcenplanung freigeben.

Wann stabilisieren?

Stabilisieren Sie den Terminplan, bevor Sie:

  • Ressourcen und Kapazitäten zuordnen

  • den Plan mit dem Auftraggeber abstimmen

  • einen Basisplan speichern

  • den Plan an den Rillsoft Integration Server übergeben

Ein instabiler Plan (offene Zyklen, manuelle Termine überall, fehlende Verknüpfungen) macht Ressourcenplanung und Kapazitätsabgleich unzuverlässig.

Prüf-Checkliste

Gehen Sie den Plan systematisch durch:

Struktur:

  • [ ] Alle Teilprojekte fachlich sauber abgegrenzt und aussagekräftig benannt?

  • [ ] Keine Teilprojekte, die nur einen einzigen Vorgang enthalten?

  • [ ] Alle Vorgänge mit ergebnisorientierten Namen?

  • [ ] Vorgangsdauer zwischen 1 und 20 Arbeitstagen (Richtwert)?

Verknüpfungen:

  • [ ] Alle Vorgänge mit mindestens einem Vorgänger oder Nachfolger verknüpft (außer Start- und Endmeilenstein)?

  • [ ] Keine Zyklen (Rillsoft Project markiert diese als Fehler)?

  • [ ] Keine unnötigen Zeitabstände, die nur zur Terminkosmetik dienen?

  • [ ] Verknüpfungsart fachlich korrekt (EA ist der Regelfall)?

Termine und Dauern:

  • [ ] Möglichst wenige manuell gesetzte Termine — nur wo fachlich zwingend?

  • [ ] Keine unrealistischen Dauern (0 Tage bei normalen Vorgängen, 200 Tage bei Detailvorgängen)?

  • [ ] Start- und Endmeilenstein vorhanden?

Kritischer Weg:

  • [ ] Kritischer Weg endet beim Projektabschluss-Meilenstein?

  • [ ] Kritischer Weg fachlich plausibel?

  • [ ] Gesamtpuffer für nicht-kritische Vorgänge vorhanden und nachvollziehbar?

Konsistenz:

  • [ ] Keine Konsistenzwarnungen im Informationspanel?

  • [ ] Keine verwaisten Meilensteine ohne Verknüpfung?

Projektinformationen-Panel mit Konsistenzwarnungen

Häufige Fehler und ihre Behebung

Fehler

Auswirkung

Lösung

Vorgänge ohne Verknüpfung

Termine werden nicht aktualisiert, wenn andere Vorgänge sich verschieben

Vorgänger und Nachfolger identifizieren und verbinden

Zu viele manuell gesetzte Termine

Plan reagiert nicht auf Änderungen; manuelle Nacharbeit bei jeder Verschiebung

Manuelle Termine entfernen; nur Starttermin des Projekts festsetzen

Zyklische Abhängigkeit

Plan ist nicht berechenbar; Rillsoft Project zeigt Fehlermeldung

Zyklus im Netzplan lokalisieren und eine Verknüpfung aufheben

Kritischer Weg endet nicht beim Abschluss

Endtermin-Berechnung ist falsch

Alle abschließenden Vorgänge mit Abschluss-Meilenstein verknüpfen

Vorgänge mit Dauer 0 (außer Meilensteine)

Planungsintention unklar; kann Berechnungen verfälschen

Dauer auf Schätzwert setzen oder als Meilenstein neu anlegen

Zeitabstände als Puffer-Ersatz

Pufferreserven werden unsichtbar; Entscheidungen auf falscher Basis

Zeitabstände für echte Wartezeiten verwenden, Puffer durch Struktur entstehen lassen

Terminplan optimieren

Wenn der berechnete Endtermin nicht zum Zieltermin passt, gehen Sie in dieser Reihenfolge vor — nicht umgekehrt:

  1. Verknüpfungen prüfen — gibt es unnötige sequenzielle Abhängigkeiten, die parallelisiert werden können?

  2. Dauern prüfen — sind Schätzungen konservativ? Gibt es Vorgänge auf dem kritischen Weg, die realistisch kürzer sein können?

  3. Ressourcen prüfen — können mehr Kapazitäten auf kritische Vorgänge konzentriert werden?

  4. Umfang besprechen — wenn das Datum nicht erreichbar ist, gehört das in die Projektkommunikation, nicht in die Plankosmetik.

Was Sie nicht tun sollten:

  • Einzelne Termine manuell „passend setzen“, ohne die Ursache zu kennen.

  • Zeitabstände verkürzen, um Puffer zu erzeugen, der gar nicht existiert.

  • Den Basisplan speichern, bevor der Plan geprüft ist.

Basisplan speichern

Ein Basisplan friert den aktuellen Stand ein und ermöglicht später den Soll-Ist-Vergleich. Er sollte erst gespeichert werden, wenn:

  • die Projektstruktur final ist

  • alle wichtigen Vorgänge verknüpft sind

  • der Terminplan mit dem Auftraggeber abgestimmt ist

  • Ressourcen zugeordnet sind (oder die Ressourcenplanung als Ausgangsbasis dienen soll)

Zu früh gespeichert: Der Basisplan enthält unfertige Schätzungen — der Soll-Ist-Vergleich ist von Anfang an falsch.

Zu spät gespeichert: Das Projekt läuft schon; es gibt keinen unveränderten Ausgangspunkt mehr.

So speichern Sie einen Basisplan:

  1. Wählen Sie Projekt > Basisplan > Hinzufügen.

  2. Geben Sie dem Basisplan einen eindeutigen Namen, zum Beispiel Freigabe 2026-05.

  3. Bestätigen Sie mit OK.

Basisplan speichern --- Namensfeld

Rillsoft Project erlaubt mehrere Basispläne. Nutzen Sie das, wenn sich der Projektrahmen offiziell ändert (Nachtragsbeauftragung, Scope-Erweiterung).

Mehr dazu: Best Practices für Rillsoft Project

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